Wie Gasthof und Ort Schönhaide entstanden ist                                                     zurück
(aus "Altenburger Heimatblätter", Beilage der Altenburger Zeitung, Nr. 2, 13.02.1934), Norbert Schaidl Chemnitz, leicht gekürzt

Das Dorf Schönhaide bei Schmölln verdankt sein Entstehen dem Gasthof, den der damalige Besitzer des Rittergust Posterstein, der Hofrat Georg Dietrich Pflugk erbauen ließ. Aus verschiedenen Aktenstücken ist zu erkennen, daß Hofrat Pflugk für die Besiedlung eintrat und in dieser Hinsicht nicht nur über Kenntnisse sondern auch Erfahrungen verfügen mußte.-
Bei Betrachtung der Lage des Ortes ist festzustellen, daß sich nördlich von Thonhausen die Straße Crimmitschau Schmölln gabelt. Diese Abzweigung führt nach Zeitz, kreuzt also die Landstraße Altenburg-Gera. Nach einer vorhandene Skizze ist die "obere Heerstraße" die Abzweigung, die von Schönhaide nach Zeitz führt. Es ist wohl anzunehemen, daß auf den erwähnten Straßen-den Verhältnissen vor 250 Jahren entsprechend - ein ziemlicher Verkehr gewesen sein muß. Diese Beobachtung wollte sich Peter Barth, ein nach Schweinsburg gehörender (Bossischer ?) Untertan zu Thonhausen, nutzbar machen, indem er in der Nähe des Ortes an der Crimmitschaer Landstraße auf churfürstlich-sächsischen Terretorium ein Gasthhaus zu bauen begann. Da er bald nach Baubeginn starb, konnte er sein Vorhaben nicht zur Ausführung bringen. Seine Erben haben den Bau nicht fortgesetzt, teils waren dazu die Mittel nicht vorhanden, teils schien ihnen dieses Werk ein Wagnis. Einige Bewohner von Thonhausen und Wettelswalde, deren Güter zum Teil an der Straße und an der churf.-sächsischen Gebieten grenzen, waren Untertan des Hof- und Justizrates Georg Dietrich Pflugk, des Besitzers der Rittergüter Posterstein und Vollmershain, der 1705 als Geheimrat und Kanzler zu Altenburg gestorben ist. So ist wohl zu erklären, daß das Vorhaben des Thonhausener Bauern Barth vom Hofrat nicht unbekannt geblieben ist. Nach dessen Tod wird er über die Zweckmäßigkeit der Erbauung des Gasthofes nachgedacht haben. In einem Brief vom 25. Februar 1690 berichtet er dem Landesherrn
Friedrich I von dem Geschehnis und schlägt ihm vor, den Gasthof auf altenburgischem Gebiet aufzubauen. Er äußerte auch die Absicht "etzliche Bauerhäuserlein daselbst aufzurichten damit dortrüm liegende Wüstungen angebauet" werden.  Damit will er gleichzeitig das Steuerinteresse seines Rittergutes Posterstein verbessern.Wegen der neuen Häuser will er bei der Landsteuer seien Schuldigkeit tun und wegen der der Tranksteuer sich mit der Rentkammer in Altenburg vergleichen. Ferner weist er darauf  hin, daß durch den Bau des Gasthofes des Herzogs "Steuerwesen und Geleitsinteresse befördert" würde, da die Straße durch den Gasthof den Reisenden bequemer und brauchbarer gemacht werde.Der Herzog würde ihm damit das zuwenden, was sonst ein fremder Bauer auf fremdem Gebiet ausführen wird. Er bittet den Herzog zu gestatten, "an der Crimmitschauer Landstraße, wo es sich am füglichsten schicken möchte, meiner Gelegenheit nach eine freye Erbschenke und Gasthof aufzubauen", und zwar mit dem Rechte, daß auf einer halben Meile "niemand von neuem präcidierliches darwider vornehmen soll".
  Das Gesuch ist an die Regierung weiter gegeben. Die Räte berichteten dem Herzog zurück, daß sie wegen der Erbauung der neuen Schänke keine Bedenken haben.

wird fortgesetzt