Das Dorf Schönhaide bei Schmölln verdankt sein Entstehen dem
Gasthof, den der damalige Besitzer des Rittergust Posterstein, der Hofrat
Georg Dietrich Pflugk erbauen ließ. Aus verschiedenen Aktenstücken
ist zu erkennen, daß Hofrat Pflugk für die Besiedlung eintrat
und in dieser Hinsicht nicht nur über Kenntnisse sondern auch Erfahrungen
verfügen mußte.-
Bei Betrachtung der Lage des Ortes ist festzustellen, daß sich
nördlich von Thonhausen die Straße Crimmitschau Schmölln
gabelt. Diese Abzweigung führt nach Zeitz, kreuzt also die Landstraße
Altenburg-Gera. Nach einer vorhandene Skizze ist die "obere Heerstraße"
die Abzweigung, die von Schönhaide nach Zeitz führt. Es ist wohl
anzunehemen, daß auf den erwähnten Straßen-den Verhältnissen
vor 250 Jahren entsprechend - ein ziemlicher Verkehr gewesen sein muß.
Diese Beobachtung wollte sich Peter Barth, ein nach Schweinsburg gehörender
(Bossischer ?) Untertan zu Thonhausen, nutzbar machen, indem er in der
Nähe des Ortes an der Crimmitschaer Landstraße auf churfürstlich-sächsischen
Terretorium ein Gasthhaus zu bauen begann. Da er bald nach Baubeginn starb,
konnte er sein Vorhaben nicht zur Ausführung bringen. Seine Erben
haben den Bau nicht fortgesetzt, teils waren dazu die Mittel nicht vorhanden,
teils schien ihnen dieses Werk ein Wagnis. Einige Bewohner von Thonhausen
und Wettelswalde, deren Güter zum Teil an der Straße und an
der churf.-sächsischen Gebieten grenzen, waren Untertan des Hof- und
Justizrates Georg Dietrich Pflugk, des Besitzers der Rittergüter Posterstein
und Vollmershain, der 1705 als Geheimrat und Kanzler zu Altenburg gestorben
ist. So ist wohl zu erklären, daß das Vorhaben des Thonhausener
Bauern Barth vom Hofrat nicht unbekannt geblieben ist. Nach dessen Tod
wird er über die Zweckmäßigkeit der Erbauung des Gasthofes
nachgedacht haben. In einem Brief vom 25. Februar 1690 berichtet er dem
Landesherrn
Friedrich I von dem Geschehnis und schlägt ihm vor, den Gasthof
auf altenburgischem Gebiet aufzubauen. Er äußerte auch die Absicht
"etzliche Bauerhäuserlein daselbst aufzurichten damit dortrüm
liegende Wüstungen angebauet" werden. Damit will er gleichzeitig
das Steuerinteresse seines Rittergutes Posterstein verbessern.Wegen der
neuen Häuser will er bei der Landsteuer seien Schuldigkeit tun und
wegen der der Tranksteuer sich mit der Rentkammer in Altenburg vergleichen.
Ferner weist er darauf hin, daß durch den Bau des Gasthofes
des Herzogs "Steuerwesen und Geleitsinteresse befördert" würde,
da die Straße durch den Gasthof den Reisenden bequemer und brauchbarer
gemacht werde.Der Herzog würde ihm damit das zuwenden, was sonst ein
fremder Bauer auf fremdem Gebiet ausführen wird. Er bittet den Herzog
zu gestatten, "an der Crimmitschauer Landstraße, wo es sich am füglichsten
schicken möchte, meiner Gelegenheit nach eine freye Erbschenke und
Gasthof aufzubauen", und zwar mit dem Rechte, daß auf einer halben
Meile "niemand von neuem präcidierliches darwider vornehmen soll".
Das Gesuch ist an die Regierung weiter gegeben. Die Räte
berichteten dem Herzog zurück, daß sie wegen der Erbauung der
neuen Schänke keine Bedenken haben.
wird fortgesetzt