Koch - Schmiede
abgerissen
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Im gewissen Sinne ein
historisches Gebäude wurde in den letzten Tagen nun endgültig
abgerissen, nachdem es von der Gemeinde erworben worden war. Es
war mehrere Jahre nicht mehr bewohnt und dem Verfall ausgesetzt. Lange
Zeit war das Haus vis a vis der Kirche an der engsten Stelle der
Thonhausener Dorfstraße Werkstatt des letzten Schmieds von
Thonhausen Rolf Koch. Es war sein Wohnhaus und das seiner
Familie.
Bis zum Ende der DDR und ein wenig
darüber hinaus war die
altertümliche Schmiede noch in Betrieb. Wer die Schmiede
einmal gesehen hat, weiß daß sie einem handwerklichen
Antiquariat glich, Amboß, altes
Kohlefeuer, Blasebalk, sowie haufenweise alte Werkzeuge und Eisenteile,
ein großes Materiallager, sowie Schrott
Alle wertvollen Teile der Schmiede
wurden nach dem Tod von Rolf Koch in das Blankenhainer
Agrarmuseum ausgelagert und bleiben der Nachwelt
erhalten.
Noch etwas früher war im
Wohngebäude der Familie Koch die offizielle Poststelle und
das öffentliche Telefon von Thonhausen eingerichtet.
Wie Rolf Koch war auch seine Mutter
Hilde Koch ein Thonhausener Original, das heißt ein einmalige und
unverwechselbare Person, an die sich noch viel ältere und
"mittelalte" Personen erinnern. Bis ins hohe Alter war sie zu jeder
Tages- und Nachtzeit ansprechbar, wenn ein Kunde etwas postalisches
erledigen mußte.
Zu DDR-Zeiten und davor, als
noch nicht selbstverständlich jeder Haushalt ein
Telefon hatte, stellte sie Telefonate her, nahm Telegramme auf,
füllte Rechnungen aus (viele
Thonhausener waren nicht in der Lage, z.B. Zahlungsanweisungen
auszufüllen - dies erledigte immer gleich Kochs Hilde).
Es wurde da auch gleich mal im Hause
Koch entschieden, ob ein Telegramm (*) noch an denselben Tag
ausgetragen werden muß oder ob es noch einen Tag Zeit hat.
Auch die eingeschriebenen Sammler von
DDR - Briefmarken konnten ihre Sperrwerte und Komplettsätze bei
Frau Koch abholen.
Es gibt da noch viele alte
Geschichten über diese Zeit, an die sich Thonhausener erinnern.
Der Service der jetzigen Post mit
Zentralisierung in Städte und Reduzierung von Öffnungszeiten
steht nunmehr in keinem Verhältnis zu dieser "guten" alten
Zeit.
Nach dem Dorferneuerungsprogramm wird
der neu
gewonnene
Platz für die Gemeinde genutzt.
Nönnig 28.05.05.