Der
5.959 m hohe Mount Logan inmitten der Saint Elias Mountains
im Yukon-Territorium war das Bergziel unserer
aus Thüringen und Südbaden stammenden Expeditionsmannschaft.
Diese bestand aus insgesamt 3 Teilnehmern, von denen fast alle über
entsprechende Erfahrungen im Höhen- bzw. Expeditionsbergsteigen verfügen.
Bei der Unternehmung handelte es sich um eine private, selbständig
organisierte Bergsteiger - Expedition. Der Aufstieg erfolgte über
die King Trench-Route. Auch wenn es sich dabei um die Normalroute handelt,
so kann von Normalverhältnissen an einem Berg, der so abgelegen und
unwirtlich ist, nicht mehr gesprochen werden. Aufgrund seiner Lage, seiner
großen Höhe und dem arktischen Klima mit extremen Temperaturschwankungen
von plus 30 bis minus 40 Grad Celsius werden an eine Besteigung des Mount
Logan hohe Anforderungen gestellt. Neben alpinen Kenntnissen und Fertigkeiten
sind vor allem Durchhaltevermögen, eine gute Konstitution und Kondition
erforderlich, um allen Schwierigkeiten begegnen zu können. Zwar halten
sich die technischen Schwierigkeiten an der King Trench-Route in Grenzen
(Ski können bis auf das Gipfelplateau benützt werden), aber die
Nähe des Golfs von Alaska und das etwa 20 km lange Gipfelplateau auf
über 5.100 m machen diesen Berg sehr abgelegen und ernst. Insbesondere
durch seine unmittelbare Küstennähe ist er häufigen und
teils dramatischen Wetterwechseln ausgesetzt, verbunden mit extremen Höhenstürmen.
Es gibt im Kluane National Park, in dem
sich der Mount Logan befindet, keine Bergrettung wie in den Alpen und auch
keine Hubschrauber, die über 3.000 m fliegen können. Die Flug-
und Funkverbindungen sind unsicher und jede Gruppe ist ganz auf sich allein
gestellt. Schließlich wird der Berg nur von wenigen Bergsteigern
pro Jahr aufgesucht. Von den Anforderungen ist deshalb der Mount Logan
einer Besteigung des Mount McKinley durchaus ebenbürtig; wenn nicht
sogar anspruchsvoller aufgrund der klimatischen Verhältnissen und
seiner Abgeschiedenheit.