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Aktion Kinderfreundliches Haus vergibt erste Gütesiegel

[26.04.2012]

Ausgezeichnet mit dem Gütesiegel: Die Hausgemeinschaft der Dorfstraße 87 in ThonhausenAusgezeichnet mit dem Gütesiegel: Die Hausgemeinschaft der Dorfstraße 87 in Thonhausen Thonhausen. Luftballons hängen am Terassendach und auf einer Girlande steht: Herzlich Willkommen! Es ist kalt, von Sonne keine Spur und doch haben es sich die Mieter der Dorfstraße 87 in Thonhausen am 17. April im Garten gemütlich gemacht. Dick angezogen sitzen die Familien Arnold, Koch, Schidzig, Elker und dreimal Ahner bei Kaffee und Kuchen zusammen und warten auf ihren Gast, den Landrat. Derweil toben die Kinder durch den Garten, buddeln im Sand und sind mit ihrem bunten Tretbagger beschäftigt; das drei Wochen alte Schäfchen mittendrin. Der jüngste Hausbewohner, gerade mal drei Monate alt, schlummert friedlich im Kinderwagen.

Im Oktober des letzten Jahres hatte die Initiative Junges Wohnen des Landkreises Altenburger Land das Projekt „Kinderfreundliches Haus“ gestartet und nun ließ es sich Landrat Sieghardt Rydzewski nicht nehmen, nach Ausschreibungsende die ersten beiden Hausgemeinschaften im Altenburger Land selbst auszuzeichnen. Herzlich war der Empfang, als Sieghardt Rydzewski in Thonhausen eintraf, das Gütesiegel „Kinderfreundliches Haus“ im Gepäck.
Bereits im Januar sandte Klaus Ahner, privater Vermieter des großen, modernisierten Bauernhauses in der Dorfstraße 87, die Bewerbung um das Gütesiegel an das Landratsamt. Zuvor hatten die Mieter gemeinsam darüber entschieden, welche Bewertungskriterien angekreuzt werden sollten. Zwölf waren vorgegeben, acht mussten zur Erlangung des Gütesiegels mindestens erfüllt sein. Gefragt wurde unter anderem danach, wie das Miteinander von Jung und alt funktioniert, ob Nachbarschaftshilfe selbstverständlich ist, ob auch Kinder aus der Nachbarschaft willkommen sind und es für gemeinsame Aktivitäten geeignete Flächen oder Räume gibt und ob die Anliegen und Wünsche der Kinder Berücksichtigung finden.

Ende März prüfte eine Kommission bestehend aus der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, der Amtsblatt-Redakteurin und einem Partner der Initiative Junges Wohnen die Gegebenheiten vor Ort und konnte resümieren: Tatsächlich sind alle zwölf Kriterien erfüllt. „Wir verstehen uns hier alle sehr gut, jeder hilft dem anderen, wir sind im Prinzip wie eine einzige große Familie“, sagt Hausherr Klaus Ahner. Gemeinsam befestigen Landrat, Vermieter und Kinder das leuchtend gelbe Gütesiegel schließlich an die Hausfassade. Auf der Zufahrtsstraße zum Bauernhaus ist es jetzt schon von weitem zu sehen.

Jana Fuchs