Naturdenkmal bleibt erhalten                              

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Sturm "Kyrill" beschädigt alte Linde auf Thonhausener Friedhof arg - Baum nun gesichert
Von OTZ-Redakteurin Jana Borath Thonhausen. "Vorgestern Morgen haben wir selbst nicht geglaubt, dass unsere Linde erhalten werden kann", blickt Thonhausens Pfarrer Jörg Dittmar zurück. Gestern stand der mächtige Baum noch immer auf dem Friedhof des Dorfes. Stark wie immer, obgleich in seiner Krone erheblich eingekürzt.

Am Donnerstag waren die Männer eines Forst- und Baumpflegebetriebs aus Burkersdorf bei Weida in Thonhausen angerückt, um sich der Linde neben dem Thonhausener Gotteshaus anzunehmen.

Das rund 190 Jahre alte Naturdenkmal war vom Sturm "Kyrill" in diesem Januar arg in Mitleidenschaft gezogen worden.

Durch den Baum ging sechs Meter hoch ein Riss, der sich auch noch öffnete und schloss, wenn der Wind ordentlich wehte. "Da die Linde bis über den Kirchenturm reichte, wurde einem da schon etwas angst und bange", so Dittmar.

Es wurde also nötig, sich an einen Fachbetrieb zu wenden, um die Gefahr, die durch die Linde ausging, zu bannen. "Ob unsere Linde gefällt oder nur geköpft werden müsste, das wussten wir wirklich nicht", berichtet Jörg Dittmar weiter.

Die Fällung der Linde wäre für ganz Thonhausen traurig und ein großer Verlust gewesen. Denn der mächtige Baum gilt als Naturdenkmal, eine bleierne Gedenkplatte - 1962 gefertigt vom Schlossermeister Albert Theil, der sich damals schon in Ruhestand befand - erinnert an Gottfried Koch, der die Linde im April 1830 zur Erinnerung an seine Konfirmation pflanzte. Gottfried Koch war damals 13 Jahre alt. Er starb im Januar 1901 und ließ sich auf eigenem Wunsch unter dieser Linde auf dem Friedhof Thonhausen begraben.

Die Sicherungsarbeiten an der Linde am Donnerstag waren beschwerlich, da die nötige Hebebühne nur sehr umständlich zum Einsatz gebracht werden konnte. Doch das Unternehmen gelang: Die Linde wurde in ihrer Krone erheblich gekürzt und bleibt dem Friedhof, dem Pfarramt und den Thonhausenern erhalten.

"Ein Glück", ist Pfarrer Jörg Dittmar froh, "wir hätten gar nicht gewusst, wir diese enorme Lücke hätten schließen können, so der Baum nicht mehr dagewesen wäre."

Übrigens: Gottfried Kochs Urenkel Kurt Schneider aus Heukewalde pflanzte auf dem Thonhausener Friedhof ebenfalls eine Linde. Diese soll an eine Gottesbewahrung erinnern, die Kurt Schneider in schwerer Krankheit erfuhr. Auch für ihn wurde ein entsprechender Gedenkstein gefertigt.Die Menschen hier finden es schön, dass unsere alte Linde erhalten bleibt.

Jörg Dittmar, Pfarrer in Thonhausen

erschiene in der OTZ, Kreisseite,  14.04.07