zurück
     Fröhliches Fest im Jubiläumsdorf      

Wettelswalde gibt es seit 825 Jahren - Historische Ausstellung als Besuchermagnet
Von OTZ-Redakteurin Jana Borath Wettelswalde. Klein, aber oho - Wettelswalde, Ortsteil der Gemeinde Thonhausen, und seine 96 Einwohner feierten am Wochenende bunt und fröhlich. Das Fest anlässlich des 825. Jubiläums des Dorfes brachte Groß und Klein auf die Beine, viele Gäste aus umliegenden Ortschaften fanden den Weg ins Jubiläumsdorf. Gemeinsam mit den Wettelswaldern verbrachte man ausgelassene Stunden am Freitag Abend und am Samstag bis in die Nacht hinein.

Den Auftakt zur Jubiläumsfeier bereitete die Festsitzung für alle Dorfbewohner und Ehrengäste am Freitag Abend. Im Festzelt hielt zunächst Bürgemeister André Hupfer kurze Rückschau auf die vergangenen 16 Jahre, in denen, so Hupfer, sich viel getan habe in Wettelswalde. Er verwies auf den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses, die Sanierung der Turnhalle, auf das erfolgreich eingerichtete Gewerbegebiet, auf die etablierte Agrargenossenschaft Thonhausen und auf die insgesamt 176 Arbeitsplätze, die im Dorf geschaffen wurden. Der Gasthof Wettelswalde fehlte in André Hupfers Aufzählung ebenso wenig, wie die Bankfiliale, die in Wettelswalde geblieben ist.

Danach übernahm Klaus Köhler das Mikrofon im Festzelt und führte die Wettelswalder auf eine Reise durch die fernere und jüngere Historie ihres Dorfes. Gemeinsam mit seinem Sohn Lutz zeichnete er sowohl visuell als auch akustisch ein lebhaftes Bild von der durchaus bewegten Geschichte des Ortes. Besonders lebendig die Schilderungen über Geschehen in Wettelswalde in den Jahren des Zweiten Weltkrieges und danach, die Klaus Köhler und viele andere im Festzelt noch hautnah miterlebt hatten.

Die Historie von Wettelswalde hatte Klaus Köhler zudem in einer kleinen Ausstellung zusammengefasst, die am Freitag für die Dauer des Jubiläumsfestes eröffnet wurde. Die Ausstellung im Versammlungsraum des Feuerwehrgerätehauses war dann so gut besucht, dass sich am Samstag von Zeit zu Zeit sogar Warteschlangen bis ins Treppenhaus hinein bildeten. Um die mit Fotos, Dokumenten, Büchern, Urkunden und Zeitschriften dicht belegten Tische drängelte es sich dicht an dicht, ging es doch nur im Zeitlupentempo vorwärts: So viel gab es zu lesen, zu schauen und zu entdecken. Klaus Köhler war an diesem Samstag ein gefragter Gesprächspartner. Denn viele der Jubiläumsgäste hatten Fragen zur Ausstellung, Informationen über Wettelswaldes Geschichte oder sie hatten gemeinsam mit Klaus Köhler vieles von dem erlebt, was der 70-Jähre in die Präsentation mit einfließen ließ.

Den Grundstein für Klaus Köhlers Ortschronik legte übrigens sein Ururgroßvater, der sein ganzes Leben aufgeschrieben habe und dessen Tagebücher ein wahrer Fundus gewesen seien, so Köhler.

Derweil gab es am Samstag auf der Festwiese ebenfalls allerhand zu sehen. Beispielsweise den kleinen Streichelzoo, den die Kinder aus dem Dorf eingerichtet hatten. Zwerghamster, Wellensittiche, Meerschweinchen oder Kaninchen stellten die Mädchen und Jungen aus. "Wir wollten einfach mal zeigen, was wir so für Tiere zu Hause haben", erklärte Lissa, die ihre Ratte "Lucky" mitgebracht hatte. Sowohl Kinder als auch Erwachsene bestaunten die präsentierten Vierbeiner, die natürlich auch gestreichelt werden durften.

Reges Treiben herrschte zudem auf der aufgebauten Kegelbahn, im Festzelt, wo unter anderem der Kinderchor Thonhausen auftrat, beim Zielspritzen oder rund um die historischen Fahrzeuge, die sogar zu einer Ausfahrt durchs Dorf starteten. Für uns Wettelswalder ist ein halb gefülltes Glas stets halb voll, niemals halb leer.

André Hupfer, Bürgermeister von Thonhausen


27.08.2006     erschienen in der otz-online